Am Montag stand der Wechsel des Standplatzes an. Eine Mitarbeiterin des Campingplatzes hatte uns empfohlen einen anderen Weg als bei der Hinfahrt zu nehmen. Dieser wäre etwas besser für unser Wohnmobil zu fahren. Im übrigen hatten wir zwischenzeitlich festgestellt, dass der von uns genommene und bei Maps angezeigte Zufahrtsweg für Wohnmobile gesperrt war, obwohl einzige Zufahrt zum ausgeschilderten Campingplatz. Die Empfehlung entpuppte sich als noch schlimmer als die Serpentine durch die Stadt. Wir fahren ca. 30km auf abenteuerlichen Straßen zunächst immer höher hinauf, dann wieder in Serpentinen hinunter um nach über einer Stunde wieder in Menton zu landen. Wir waren also froh endlich wieder auf der Autobahn zu sein. Unterwegs machten wir einen Einkaufsstop, wobei Ellen sich unglücklich den Finger und der Tür einklemmte und eine blutende Wunde davontrug. Der Verkehr war "wie üblich" und wir steuerten den gebuchten Platz bei Sestri Ligure an. Schon bei der Anfahrt merkten wir, dass das wohl eine falsche Wahl war. Kilometer außerhalb, weit weg vom Meer in ungepflegter Umgebung ein in die Jahre gekommener Platz. Hier wollten wir nicht bleiben! Leider hatten wir schon bei der Onlinereservierung für drei Nächste angezahlt und man wollte uns nicht nur keine Rückzahlung geben, wenn wir nur eine Nacht bleiben würden, sondern wollte auch noch den Restbetrag kassieren. Wir drehten um und telefonierten mit dem nächsten Stellplatz auf unserer Liste, am Rand von Lucca. Glücklicherweise war dort frei und wir konnte direkt dorthin fahren. Der Platz erwies sich als wirklich günstige gelegen, in 20 Minuten kann man die Innenstadt erlaufen. Ein kleines sehr sauberes Sanitäthäuschen bietet neben WC und Dusche auch Abwaschbecken und Waschmaschine. Das Wetter war wechselhaft, bedeckt und ab und zu ein Schauer. Morgen werden wir die Innenstadt besichtigen.
Bei windigem, aber sonnigem Wetter machten wir ins auf Richtung Innenstadt. Ellen konnte sich noch genau erinnern, wo wir vor ca. 35 Jahren schon einmal Kaffee getrunken und eingekauft hatten. Trotz Vorsaison war es doch schon gut belebt und viele Schülergruppen waren unterwegs. Die engen Gassen mit den vielen kleinen Geschäften waren nett anzusehen, aber wir konnten uns nicht entscheiden etwas zu kaufen. Eine Tasse Kaffee mit einem kleinen überteuerten Stückchen musste genügen. Am Ende fanden wir dann in einem kleinen Supermarkt eine preisgünstige Flasche Rotwein vom Castello Banfi, welches wir vor 35 Jahren einmal besucht hatten. Wir gönnten uns nich einen Moment auf unseren Stühlen vor dem Wohnmobil, mußten dann aber einräumen, da sich das Wetter zunehmend verschlechterte. In der Nacht zogen zwei Gewitter lautstark über uns hinweg und am Morgen war der Stellplatz voller Pfützen. Am Vormittag wollten wir den Wochenmarkt besuchen, der etwas außerhalb der Stadtmauer lag. Dort angekommen waren wir etwas enttäuscht. Es gab nur sehr wenige Stände mit Obst, Gemüse, Fleisch und Käse. Aller anderen Händler boten Kleidung an, deren Design und Qualität bestenfalls Woolworth entsprach. Aber dann fanden wir einen riesigen Supermarkt, in dem man sehr gut einkaufen konnte. Da wir anschließend noch einmal durch die Altstadt wollten, kauften wir nur wenig ein, sonst würde der Rucksack doch zu schwer. Glücklicherweise verzogen sich die schwarzen Wolken und machten der Sonne wieder Platz.
Der Wetterbericht für die nächsten Tage legte uns nahe, den Tag noch einmal zu genießen, denn für Freitag war für den ganzen Tag Regen angesagt. Wir spazierten also auf der die Stadt umgebenden Festungsmauer endlang und besuchten ein letztes Mal die Innenstadt. Im Anfiteatro lockten Bilder mit leckeren Nudelgerichten. Wir ließen uns verführen zwei davon zu bestellen. Was für ein Reinfall! Die eine Speise mit angeblich geriebenen Trüffeln war eine gelbe Matsche mit einer „Soße“ aus wahrscheinlich Trüffelöl mit kleingehacktem eingelegten Trüffel. Schrecklich. Die zweite Speise waren dicke lange Nudeln mit Parmesansoße. Leider waren die Nudeln mehr als aldente und die Soße zu fett. Da kochen wir doch lieber selber. Da freiten wir uns auf belegte Brote zum Abendessen. Wenigstens hatte Ellen noch ein schönes Mitbringsel für Hanne erwerben können. Und tatsächlich, in der Nacht begann es zu regnen und der Dauerregen blieb bis um 3 Uhr nachmittags. Schnell eine Runde zu Fuß einkaufen und schnell wieder ins Wohnmobil. Am nächsten Morgen packten wir zusammen und fuhren zum Miramare Livorno. Wir hatten einen der besten Standflächen gemietet, mit Meerblick und eigener Terrasse! Wunderschön! Bei inzwischen herrlichem Sonnenschein machten wir es uns auf der Terrasse bequem.
Nach etwas Sonnenbaden machten wir am nächsten Tag einen Spaziergang in die Stadt. Nicht gerade attraktiv und sauber der Stadtteil, aber wenigstens haben wir einen Supermarkt gefunden. Zurück eine Teilstrecke mit dem Bus und am Abend dann den Grill angeworfen - lecker, der Kauf hat sich wirklich gelohnt. Montag haben wir dann ganz gemütlich auf unserer Terrasse verbracht.
Am nächsten Tag nahmen wir den Bus zur Piazza Grande am Dom und spazierten durch die Innenstadt. Wenig Fußgängerzone, ein kleiner Markt und viele kleinere Geschäfte. Watson war es schon deutlich zu warm, sodass wir bald wieder dem Heimweg antraten. Ellen hatte drei verschiedene Pizzastpcken erworben, die wir im Backofen wärmten. Eigentlich lecker, aber mit dem Backofen muss ich noch experimentieren (zu viele "Röstaromen!").
20.5. Wieder einmal packten wir unsere Sachen zusammen, noch Wasser ein- und ablassen und dann ging es durch die Hügel der Toskana mit dem Ziel Volterra. Tatsächlich fanden wir auf Anhieb den richtigen Parkplatz direkt unterhalb der ersten Häuser. Ein ständig bergaufwärts führender Weg an den Natursteinhäusern vorbei durch eines der Stadttore. Am höchsten Punkt angekommen hatten wir einen tollen Panoramablick. Innerhalb der gewaltigen Stadtmauer fanden sich auch noch Reste eines römischen Amphitheaters. Dann ging es weiter durch die wunderschöne Landschaft auf den Stellplatz Agricampeggio Cipollatico in einem Ortsteil von Montespertoli. Wir hatten freie Platzwahl und suchten uns einen Platz mit Panoramablick und wie wir später feststellen konnten, herrlich Sonnenuntergängen. Der Platz selbst war in Ordnung, aber die Sauberkeit der Sanitäranlagen ließ doch sehr zu wünschen übrig. Eine ca. 20 Jugendliche umfassende Wandergruppe durchlief am Morgen die Bäder und danach wurde den ganzen Tag nicht mehr sauber gemacht. Wir hatten mit Freude gelesen, dass man dort heimische Spezialitäten zum Abendessen im kleinen Restaurant essen kann - was nicht dort stand: Das Restaurant öffnet erst zu Saisonbeginn am 1.6. !! Pech gehabt. Watson hatte sich etwas den Magen verdorben, oder die Hitze nicht vertragen und so übten wir uns im Müßiggang. Am Freitag 22.5. fuhren wir dann über Bologna nach San Marino. Ein schöner großer Campingplatz mit guten Sanitäreinrichtungen, einem kleinen Laden und einem angegliederten Restaurant. Am Samstag hieß es um 6 Uhr aufstehen, denn um noch einen Parkplatz in der Nähe der Hundeausstellung zu bekommen, musste man früh ankommen. Die Fahrzeit war nur 10 Minuten und wir konnten uns sehr gut aufstellen. Die Ausstellungshalle war eine Katastrophe. Viel zu klein, eng und völlig überhitzt. Watson belegte 2x den ersten Platz in der Championklasse, war am Abend dann völlig erledigt.
Am nächsten Tag gleicher Ablauf, früh um 6 aufstehen, 6:45 Campingplatz verlassen und parken am gleichen Parkplatz wie am Vortag. Gleiche katastrophale Platz- und Raumbedingungen wie am Vortag aber Watson hatte Glück und belegte wieder 2x Platz 1 Championklasse und dieses Mal auch noch BOB! Damit hatten wir unser Ziel erreicht mindestens 3 CAC- Auszeichnungen zu bekommen. Sollte er nach 11 Monaten noch ein CAC in San Marino bekommen, würde er den Titel „San Marino Champion“ bekommen. Am Abend wurde ein Pro Secco geöffnet und ordentlich gegrillt. Für die nächsten Tage waren Temperaturen von 30 Grad und mehr angekündigt, deshalb beschlossen wir am Montag mit dem ersten Bus hoch in die Stadt San Marino zu fahren. Leider hatten wir den „Schulbus“ erwischt und es wurde sehr eng. In der Stadt in den wunderschönen kleinen, engen aber schattigen Gasen konnte man es gut aushalten und wir waren so früh, dass wir oft ganz allein waren. Zurück erwischten wir wieder den Schulbus. Inzwischen hatten wir 30 Grad und verbrachten den Rest des Tages im Campingstuhl (oh wie schön wäre jetzt ein Swimmingpool!).
Am Dienstag hatten wir die dumme Idee mit dem (klimatisierten)in das angepriesene Outlett zu fahren. Dort sollte es durch die geringen Steuern in San Marino besonders attraktiv sein. Leider eine Fehleinschätzung: keines Angebot (viel coming soon Schaufenster), kaum lohnenswerte Preisnachlässe und viel zu heiß! Also sind wir mit dem nächstmöglichen Bus zurück zum Campingplatz. Am Mittwoch, unserem letzten Tag in San Marino sind wir dann noch einmal die Frühtour in die Bergstatt gefahren. Es war wirklich wunderschön (und kühl) fast allein durch die Gassen zu schlendern. Nach einem EspressoMachiato auf einer der schönen Terassen beobachteten wir die in Scharen anrückenden Touristengruppen und erwischten einen fast leeren Bus zurück. Wir stellten zum ersten Mal unsere Klimaanlage an, denn mit den inzwischen 32 Grad war es draußen unerträglich. Am Abend packten wir schon alles zusammen, da für die Nacht ein Gewitter angesagt war. Genauso kam es dann auch, in der Nacht donnerte es fürchterlich und regnete Sturzbäche.
28.5. Wir fuhren quer durch die Hügel der Toskana um nicht wieder die Autobahn fahren zu müssen. Dauerte etwas länger, da wir auch über einen Pass fahren mussten, war aber wunderschön. Nach 4 Stunden Fahrt erreichten wir den City Campingplatz in Florenz. Riesig groß, sehr gepflegte Sanitäranlagen und geöffnete Schwimmbecken! Etwa 1/3 Stellplätze (eher etwas eng) und der Rest kleine Ferienhütten im Zeltstil. Wir unternahmen unseren obligatorischen Rundgang, richteten uns häuslich ein und es wurde lecker gegrillt: Focattia/Chickenburger! Am nächsten Tag nahmen wir den Bus (der trotz angekündigtem Streik pünktlich erschienen) und fuhren ins Zentrum. Sehr voller Bus, aber kein Vergleich zur Innenstadt. Menschenmassen schoben sich durch die Straßen. Vor den Sehenswürdigkeiten standen Touristen wirklich stundenlang in glühender Hitze um Einlass zu bekommen. Wahnsinn!! Wir konnten ja nicht vorhersehen, dass es Ende Mai 32 Grad im Schatten hat! Nicht nur für Watson viel zu heiß. Nach der Rückkehr haben wir beschlossen die nächsten zwei Tage auf dem Campingplatz zu bleiben. Ellen hatte dann mehrfach das Schwimmbad besucht um sich abzukühlen und zu bewegen. Die nächsten zwei Tage verbrachten wir chillig auf unserem Stellplatz und gönnten Watson viel Ruhe und täglich eine Abkühlung per Wasserschlauch. Am Montag 1.6. verließen wir Florenz und besuchten eine Terrokottabrennerei in Impruneta. Dort erstanden wir drei Schornsteinaufsätze, die zuhause in Gartenlampen umgebaut werden sollen. Leider ermöglichte uns ein Besuch beim Ginori-Outlett nicht unser altes Hotelgeschirr zu ergänzen. Die Serie ist schon lange nicht mehr in Produktion. Nach einem Einkauf im Supermarkt ging es dann weiter zum Campingplatz in Bologna.
Der Campingplatz in Bologna war sehr beliebt bei den Dogshowteilnehmern. Überall Wohnmobile mit Hunden, dementsprechend auch immer eine „bellende Geräuschkulisse „. Aber sehr schön angelegt, mit guten Sanitäreinrichtungen und Swimmingpool. Für die Hunde war ein kleines Waldgelände zum Auslauf vorhanden und es gab sogar einen umzäunten Hundeplatz zum frei laufen. Den Dienstag gönnten wir Watson zum relaxen und am Mittwoch mussten wir früh um 5:30 aufstehen und uns ein Taxi zum Ausstellungsgelände rufen. Auf dem Weg zur Rezeption sahen wir das Taxi vorfahren - und dann stiegen zwei Weimeraner mit Begleitung ein … und weg war unser Taxi! Nach einigen Anrufen schickte man uns dann einen Ersatzwagen. Der kurvte irgendwelche Umwege und knöpfte uns dann 18€ für eigentlich nur 1,9km ab! Die Ausstellungshalle war sehr großzügig eingeteilt, man hatte endlich einmal Platz sich einzurichten. In der Hall trafen wir dann Tim mit Luka und unsere irischen Bekannten mit ihren zwei Spinoni. Der Wettbewerb lief gut und Watson belegte mit Ellen Platz 1 bei den Champions und erhielt den Titel Italienischer Champion. Auch Tim war mit Luka in der Veteranenklasse -sehr erfolgreich. Da war der Wettbewerb am Nachmittag eigentlich unbedeutend, aber auch dort bekam Watson Bestnoten. Wir entschieden uns den Rückweg zu Fuß zu bewältigen, was sich als problemlos darstellte. Zum abendlichen Grillen hatten wir unseren Freund Tim eingeladen, aber dann kam ein Gewitter mit Sturm und Wolkenbruch, sodass wir in das Wohnmobil flüchten mussten und Tom ins Hotel zurückkehren musste. Am zweiten Tag bei der World Dog Show war es dann wesentlich voller in der Halle und nicht ganz so ansprechend. Auf Grund der Tatsache, dass wir am zweiten Tag eine spätere Startzeit hatten, entschieden wir uns hin und zurück zu laufen. Auch dieses Mal lief alles gut und Watson bekam auf Platz 1 in der Championklasse ein „vorzüglich“. Da es spät geworden war, hatten wir keine Lust mehr zu kochen und gönnten uns eine Pizza im Restaurant des Campingplatzes. Eine positive Erfahrung, sehr lecker! Am Freitag war das Wetter bedenkt und nutzten das um mit dem Bus einen Ausflug in das Zentrum von Bologna zu unternehmen. Watson machte das prima, auch wenn ihn der Maulkorb im Bus doch ziemlich stört. Bologna hat wirklich eine schöne Innenstadt. Viele Arkadengänge mit Geschäften und Türme über Türme. Einer davon kann dem schiefen Turm von Pisa Konkurrenz machen und sieht wirklich so aus, als würde er gleich einstürzen. In den engen Gassen reit sich eine Restaurant ans andere mit kleinen Tischen draußen, sodass man Slalom laufen muss. Viele Spezialitätenläden mit Nudeln, Schinken, Käse und auch Fisch. Ellen kaufte einige Leckerheiten für das abendliche Grillen, das wir mit Tim nachholen wollten. Dieses Mal blieben wir vom Gewitter verschont und hatten einen netten Abend zusammen. Den folgenden Samstag nutzten wir, um nach Florenz zu fahren, um unser Geschirr, dass wir vor ca. 30 Jahren bei Ginori im Outlett gekauft hatten mit ein paar neuen Tellern zu ergänzen.