Der erste Tag unserer Reise: Watson war zufrieden, dass er am 1. Mai mit seiner kompletten Familie die weite Reise im Wohnmobil antreten konnte. Leider mussten wir nach kurzem Halt in Frankfurt unsere Tochter Hanne dort zurücklassen. Unser Ziel für den Abend war das Kloster Adlersberg bei Regensburg. Dorthin hatte der Spinone e.V. zum gemütlichen Zusammensein der Spinone- und Bracco Italiano Freunde eingeladen. Wir wurden herzlich begrüßt, freuten uns über den Austausch mit Mensch und Hund. Bei gutem Essen galt es die zahlreichen, wunderschönen und entspannten Spinoni und Braccos zu bewundern.

Die Nacht verbrachten wir in Regensburg auf dem Gelände des Hundesportvereins. Am Samstagvormittag starteten die Spinoni zur ersten Rassehundeschau. Watson war sichtlich müde und hatte so gegen seinen Konkurrenten Francesco keine Chance. Dieser gewann die Show verdient mit BOB und wurde am Nachmittag mit großem Pokal als bester Hund der Show ausgezeichnet. Watson wurde mit „Vorzüglich“ bewertet und wir genossen entspannt die Show.  Bei herrlichem Sonnenschein machten wir am Spätnachmittag einen Spaziergang hinunter an die Donau. Feiertag und Wetter hatten Massen von Menschen ans Wasser gelockt, wo auch schon die ersten Mutigen ein Bad nahmen und in den zahlreichen Biergärten zusammensaßen. Der Aufstieg zu unserem Stellplatz bot herrliche Aussicht auf das schöne Regensburg. Wir waren freudig überrascht, dass sich direkt gegenüber unseres Stellplatzes ein Campingbus mit Kennzeichen FB eingeparkt hatte. Es stellte sich heraus, dass die Hundefreunde mit ihrem Bracco Italiano aus Reichelsheim, also aus unserer Nachbargemeinde waren. 
Die Show am zweiten Tag lief für Ellen und Watson noch etwas besser als am Vortag, sodass Watson mit V2 zweitbester Rüde wurde. Nach einem kleinen Imbiss verabschiedeten wir uns am Mittag und fuhren weiter an den Chiemsee.

Nach entspannter Fahrt fanden wir im dortigen Wohnmobilhafen einen schönen Platz mit Seeblick. Für den Zwischenstopp  auf dem Weg nach Tirol ok, aber der ständige Lärmpegel von der nahen Autobahn war etwas störend und es war ungewohnt und lästig, dass für Toilettengang und Dusche extra mit Münzeinwurf (!) bezahlt werden musste. Gut dass man unabhängig ist. Wir machten mit Watson einen Spaziergang entlang des gepflegten Seeufers und genossen das wirklich herrliche Sonnenwetter. Nach einer ruhigen Nacht und einem ausführlichen Morgenspaziergang brachen wir auf Richtung Brenner/Bozen. Die Zufahrt zum Brenner war schleppend, da mehrfach von zwei auf eine Fahrspur verengt wurde. Unerfreulich war auch der Blick auf die Gegenspur. Dort staute sich der Verkehr kilometerweit - das könnte uns bei der Rückfahrt nächsten Monat auch bevorstehen.
4. Mai: Die Anfahrt zu unserem Campingplatz in Tisens war abenteuerlich! Eine Serpentine mit mehreren Haarnadelkurven führte uns immer weiter hoch - der Blick über das Tal war dafür aber herrlich! Als dann auch noch eine kleine überdachte Holzbrücke eine Durchfahrtshöhe von 3m anzeigte waren wir doch etwas beunruhigt. Doch es passte gerade so und wir kamen unbeschadet über die Brücke und erreichten durch die engen Gassen des Dorfes schließlich unseren Platz in Tisens.
Inzwischen haben wir eine App heruntergeladen, bei der man die Maße und das Gewicht des Fahrzeugs eingeben kann, was dann bei der Navigation berücksichtigt wird.

Nachdem wir uns eingeparkt, eingerichtet und Kaffee getrunken hatten, ging Ellen eine ausführliche Runde schwimmen. Ein sehr schönes Ambiente mit 25m Becken, Sanitäreinrichtungen eindrucksvoll groß, sauber und modern und sogar ein Hundewaschbecken - wunderbar! Dann wurde das erste Mal der Grill angeworfen und wir ließen den Tag gemütlich ausklingen.

Am zweiten Tag in den Tiroler Bergen schlug das Wetter um. In der Nacht hatte es geregnet und am Morgen war das Tal voller Nebelwolken. Nach dem Frühstück (Hardy und Watson hatten Brötchen vom örtlichen Bäcker geholt) machten wir eine kleine Wanderung  „Unterer und oberer Wiesenweg“.  Zum Nachmittag wurde das Wetter besser und wir entschieden uns für eine Rundwanderung zur Kapelle. Ein schöner Wanderweg, der uns meist durch den Wald führte und viele frische Gerüche bereithielt. Das machte Watson großen Spaß, wir genossen die Bewegung und schreckten lediglich auf, als plötzlich ein Reh direkt vor uns/Watson flüchtete. Nach ca. 6 km erreichten wir die kleine Kapelle und gingen durch die Obstplantagen zurück. Watson erhielt eine Dusche und da es immer wieder nieselte verzichtete Ellen auf ihren Schwimmeinsatz. Nach leckerem Abendessen planten wir die Route für den nächsten Tag.

6. Mai: Nach dem Frühstück und einem kleinen Spaziergang mit Watson packten wir zusammen und begaben uns auf den Weg nach Cremona. Die alternative Route (neue App) führte uns über zahlreiche Serpentinen den Berg hinab. Mehrfach durchfuhren wir die dichten Nebelwolken und hatten anschließend einen wunderbaren Blick ins Tal. Die zumeist zweispurige Autobahn war wieder sehr voll und wir staunten über die Massen an LKW - aufgereiht wie an einer Perlenschnur - man hatte den Eindruck von 10 Fahrzeugen waren 8 LKW! In Cremona angekommen parkten wir uns auf dem ausgewiesenen Stadt-Stellplatz ein. Die Anlage liegt in günstigem Abstand zur Innenstadt (15 Minuten Gehzeit), sieht aber in den Sanitäreinrichtungen etwas in die Jahre gekommen aus. Entgegen der Wettervorhersage verzogen sich die Wolken und wir hatten für unseren Spaziergang in die Altstadt herrlichen Sonnenschein. Cremona mit den teilweise engen Gassen, der Kathedrale und den Museen war sehenswert, überschaubar und gut besucht. Entgegen unserer ursprünglichen Planung blieben wir nur für eine Nacht. Hardy telefonierte mit dem Personal des Campingplatzes in Menton, Frankreich: wir konnten gerne einen Tag früher kommen - Glück gehabt.

So ging es am Morgen zurück auf die Autobahn. Auch hier war mindestens eine Fahrspur ständig mit LKW verstopft und gefühlt die Hälfte der Strecke wurde der Verkehr wegen der vielen Baustellen  einspurig geführt. Dies und die vielen Tunnel rund um Genua verlängerte unsere Fahrtzeit deutlich. Nach anstrengender Fahrt und kurz vor Menton mit einer kurzen Grenzkontrolle durch zweite nette Polizeibeamtinnen, die sich eigentlich mehr für Watson interessierten, als für unsere Ausweise, ging es Kurve für Kurve hinunter in die Stadt. Der Weg führte uns mitten durch Menton - enge Straßen - zugeparkte Seitenstreifen und zum Abschluss wieder eine quasi einspurige Serpentinenstraße, offiziell für Wohnmobile gesperrt, für Lkw bis 8m erlaubt, bergauf zum Campingplatz. Zum Glück kam uns nur einmal ein Auto entgegen, eigentlich schien die Durchfahrt unmöglich, aber die Beifahrerin des Kleinwagens, eine nette Asiatin, übernahm das Einweisen. Ein Mopedfahrer, den wir nach dem Weg fragten, war so freundlich vor uns her zu fahren, den Weg zu weisen und entgegenkommende Autos zurückzuhalten. Am Campingplatz angekommen mussten wir feststellen, dass die Stellplätze sehr eng und was noch hinderlicher war, mit riesigen Olivenbäumen bestückt waren, die mit ihren Ästen zu niedrig für unsere 3,20m Höhe waren. Aber nach drei erprobten Plätzen bekamen wir dann doch noch einen großzügigen Platz, neben Olivenbäumen und einer hervorragenden Aussicht über Stadt und Meer zugewiesen. Mittlerweile war es 16:30 Uhr geworden und Watson suchte sich einen Platz um endlich schlafen zu können. Später, nach einem kleinen Rundgang über den Campingplatz im Olivenhain hoch über dem Mittelmeer gab es Abendessen und wir planten die nächsten Tage.

Zur Freude von Watson wurden erst nach ausführlichem Morgengang bei schönstem Wetter die vorbestellten Croissants und ein Baguette von der Rezeption abgeholt und gemütlich gefrühstückt. Wir fühlten uns erstmals richtig im "Urlaub" und es wurde bis zum Nachmittag getrödelt, geputzt, geduscht und ausgeruht. Am Nachmittag machten wir uns dann auf den Weg in die Stadt und ans Meer. Ein nicht enden wollender Treppenabstieg bis hinunter ins Touristengetummel und an den Kiesstrand. Überall reges Treiben von Touristen, die in den Gassen die Geschäfte ansahen, einkauften und vor allen Dingen sich an den vielen Leckereien satt aßen. Wir gönnten uns einen Kaffee -schrecklich stark, kaum zu trinken- und zwei super schmeckende Blätterteigstückchen. Noch ein kurzer Einkauf und dann ging es wieder bergauf - war gar nicht so schlimm wie gedacht. Nach 35 Minuten Treppenaufstieg waren wir schon wieder auf unserem Platz und der Grill konnte aufgebaut werden. Bis es dann abendlich kühl wurde genossen wir unser Essen, den sensationellen Ausblick und somit unseren „1. Urlaubstag".

Nachdem uns die Einheimischen mehrfach von der Fahrt mit dem Wohnmobil nach Monaco dringend abgeraten hatten, beschlossen wir mit dem Zug nach Monte Carlo zur Dogshow/Ausstellung zu fahren. Da der Einlass ab 7:30 Uhr sein sollte, mussten wir sehr früh los. Um dafür nicht in Hektik zu geraten,  begaben wir uns nach dem Frühstück auf den Weg zum Bahnhof -wieder Treppen, Treppen, Treppen- erkundeten die Zeit für den Abstieg und erstanden schon einmal die Fahrkarten für den morgigen Tag. Nun konnten wir in Ruhe in die Stadt gehen um den Markt zu besuchen. Sehr "südländisch" - Stände mit Kleidung wie bei uns auf der Kirmes, Obst und Gemüse zu überhöhten Preisen. Wunderschön dafür die sehr schöne kleine Markthalle mit einem reichhaltigen Angebot. Noch ein kleiner Stadtbummel und dann wieder treppauf zum Campingplatz. Die Sonne erlaubte uns noch lecker zu grillen bevor dann langsam Wolken aufzogen.

10.5. Wecken um 5:45 Uhr, das war schon unangenehm. Anziehen, einen schnellen Kaffee mit Nutella/Zimtknäcke und ab zum Treppenabstieg Richtung Bahnhof. Wir waren mittlerweile so schnell auf den Treppen unterwegs, dass wir schon einen Zug früher als geplant nehmen konnten. Der arme Watson musste nun seinen Maulkorb tragen - aber die Fahrt dauerte nur 11 Minuten bis Monte Carlo. Dort suchten wir uns ein Taxi, dessen freundliche Fahrerin uns zum Ausstellungsgelände brachte. Wir kamen gerade noch so rechtzeitig, dass wir einen guten Platz am Ring bekamen. Benachbart eine aufgeschlossen nette und gesprächige Spinonebesitzerin, die sofort schockverliebt in Watson war. Nach ewiger Wartezeit kamen Ellen und Watson gegen 12 Uhr endlich an die Reihe. Als wir die beiden Konkurrenten sahen, dachten wir "Oh prima, so ungepflegt und dick wie die aussehen, sich recht ungehobelt im Ring benahmen, sollte Watson wohl gewinnen" - aber weit gefehlt - der ältere italienische Richter bevorzugte die recht unerzogenen, stämmigen Spinoni aus italienischer Zucht. Trotz tadelloser Vorstellung von Watson mit Ellen wurde Watson nur mit sehr gut bewertet!  Zurück ging es dann mit dem Bus und wieder der Bahn - ein weiterer Spaziergang durch die Stadt und ein letztes Mal der beschwerliche Treppenaufstieg führten uns zurück in den wunderschönen Olivenhain. Die Wolken hatten nun den Himmel bedeckt und zeitweise regnete es leicht, die Bestellung von französischen Croissants und Baguette sollte unser morgiges Frühstück bereichern.